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„Mobile Reporting ist die Zukunft!“

„Mobile Reporting ist die Zukunft!“

Für Studierende des Masterstudiengangs für Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg haben Fachschaftsrat und das Hans-Bredow-Institut am 5. April 2018 einen Medienschnack zum Thema "Mobile Reporting – Journalismus aus der Hosentasche?" veranstaltet. Mit den Studierenden diskutierten 
  • Björn Staschen (Mobile Reporter)
  • Christiane Brandes-Visbeck (PR-Managerin)
  • Michael Fetter Nathansky (Regisseur)
  • Moderation: Jessica Szczakiel

Michael Fetter Nathansky, Björn Staschen, Jessica Szczakiel, Christiane Brandes-Visbeck








 


Von links: Michael Fetter Nathanskiy, Björn Staschen, Jessica Szczakiel, Christiane Brandes-Visbeck, Copyright: Phil Göbel.


Veranstaltungsbericht von Phil Göbel

Hamburg. Journalismus aus der Hosentasche? Unter diesem Motto stand der zweite „Medienschnack“, eine Podiumsdiskussion des Hans-Bredow-Instituts in Zusammenarbeit mit Studierenden der Universität Hamburg. Das Thema Mobile Reporting, also das Filmen mit dem Smartphone, wird für TV-Schaffende immer wichtiger. Aber kann man so wirklich guten Journalismus machen? Moderatorin Jessica Szczakiel entlockte den Podiumsgästen Berichte aus ihrem Alltag und einen Blick in die Zukunft.
 
„Ich bin mir sicher: Mobile Reporting ist die Zukunft. Das Storytelling bietet einfach ganz neue Wege für den Journalismus“, meint Björn Staschen, Mobile Reporter des NDR. Besonders seit den Ausschreitungen bei den G20-Demonstrationen in Hamburg sei vielen Journalisten klar geworden, wie viele neue Möglichkeiten das Smartphone bietet.
 
Staschen arbeitet seit anderthalb Jahren für das „Next News Lab“ des NDR, das sich auf Mobile Reporting spezialisiert hat. Er betont, dass die niedrigschwellige Konfrontation mit dem Smartphone für Augenzeugen und Menschen, die Respekt vor großen Kamerateams haben, ganz neue Wege eröffnet, Content zu produzieren. „Wir hatten sehr großen Erfolg mit dem Smartphone“, so Staschen.
 
Dem pflichtet auch Christiane Brandes-Visbeck bei. Die Geschäftsführerin der „Ahoi Consulting“ ist Expertin für digitale Kommunikation. Sie sieht die Entwicklung zum Mobile Reporting vor allem als einen Schritt zurück zu den Wurzeln ihrer Arbeit: „Durch das Smartphone habe ich heute wieder die Möglichkeit, wie früher zu arbeiten. Ich kann einfach raus gehen und Content generieren. So etwas ist in den letzten Jahren aus Kostengründen einfach nicht mehr machbar gewesen.“
 
Aber kann das Smartphone auch qualitativ mit einer professionellen TV-Kamera mithalten? Michael Fetter-Nathansky, Regisseur und Studierender der Filmuniversität Babelsberg ist da skeptisch: „Dass ein ganzer Film mit dem Handy gedreht wird, könnte ich mir schon vorstellen, aber besonders Schwenks und andere technischen Bewegungen sind nur mit einer echten Kamera möglich. Filmkunst ist auch Ästhetik und Filmsprache, da muss man sich beim Smartphone ganz genau überlegen, was man filmt.“
 
Ähnlich sieht es auch Staschen. Da mittlerweile schon Kinder lernen, wie man mit Smartphones umgeht, sei die Gruppe der Leute, die eine Kamera bedienen können, natürlich größer. Deshalb sei es vor allem die journalistische Fähigkeit entscheidend, denn „letztlich geht es um die Story. Egal ob mit dem Smartphone oder der TV-Kamera.“
 
Ist Mobile Reporting also nur ein Goldrausch, der genauso schnell wieder geht, wie er gekommen ist? „Definitiv nein“, sagt Brandes-Visbeck. „Irgendwann haben die Journalisten angefangen, Schreibtisch-Journalismus zu machen, weil nichts mehr bezahlt wurde. Mit dem Smartphone haben wir die Möglichkeit, eine viel größere Transparenz darzustellen. Genau da müssen wir weitermachen.“
 
Fetter-Nathansky ist da ein bisschen vorsichtiger: „Das Problem ist, dass der inflationäre Einsatz des Smartphones die Fokussierung beim Drehen nimmt. Man überlegt nicht mehr genau, was man filmt, sondern hält einfach drauf. Bei mir kommen die besten Ergebnisse heraus, wenn ich voll fokussiert bin. Das geht mit dem Smartphone nicht in einer solchen Form.“
 
Ganz auf die „richtige“ TV-Kamera wird der Regisseur in Zukunft wohl auch nicht verzichten müssen, beruhigt Staschen: „Bei all den Vorteilen, die das Smartphone hat, ganz verschwinden wird die TV-Kamera nicht.“

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